Ringer in der Big-Data-Arena

Nur in einem Wettkampf, das weiß der Perfektionist, müsste er eigentlich noch mehr trainieren. Das werde ihm zuhause immer wieder vor Augen geführt. „Meine Tochter spricht drei Sprachen, Kurdisch, Persisch und Deutsch. Alle perfekt. Und gerne auch mal alle durcheinander“, sagt Esmaeil. Das erinnere ihn immer wieder daran, dass er seine eigenen Deutschkenntnisse eigentlich noch weiter aufpolieren müsste. Allerdings fehle ihm dazu etwas der Leidensdruck, weil in der IT-Szene ohnehin meist nur in Englisch kommuniziert würde. Doch ein Problem zu lösen, indem er ihm aus dem Weg geht, kommt für den ehrgeizigen Esmaeil dann doch nicht infrage. „Ich bin beim Goethe-Institut für den Sprachkurs eingeschrieben. Auch wenn die verflixte Grammatik wirklich schwer ist. Das schaffe ich schon.“ Na klar. Für Esmaeil, den Ringer, gilt auch bei den alltäglichen Herausforderungen des Lebens: Angriff ist die beste Verteidigung.

DA WAR DOCH NOCH WAS

Der Ringer in der Big-Data-Arena

Esmaeil ist die Ruhe selbst. Ein netter Zeitgenosse. Zurückhaltend und ausgesprochen höflich. Kaum vorstellbar, dass er einen jederzeit mit ein paar blitzartigen Hand- und Fußbewegungen aufs Kreuz legen könnte. Esmaeil ist in Kermānschāh groß geworden, einer Millionenstadt im Nordwesten des Iran, wo mit die besten Ringer der Welt herkommen. „Zehn Jahre habe ich Griechisch-Römisch trainiert, Seite an Seite mit ganz Großen dieses Sports“, sagt Esmaeil. „Aber das ist lange her.“ Mindestens genauso wichtig wie der Kampf Mann gegen Mann auf der Matte sei ihm schon immer das Ringen mit den Zahlen und Algorithmen gewesen.

VON DER BANK IN DEN HÖRSAAL

In Kermanshah und Teheran studierte Esmaeil Software Engineering und machte 2005 seinen Abschluss als Master of IT-Engineering. Elf Jahre arbeitete er danach in einer Bank, bis er sich 2016 entschied, akademisch weiterzumachen und in Deutschland zu promovieren. Ausgestattet mit einer Blue Card zog er mit Frau und Kind nach Nordrhein-Westfalen, um an der Uni Siegen, einer interdisziplinär ausgerichteten Forschungsuniversität, seine Doktorarbeit zu schreiben. „Endlich wieder eine neue, große Herausforderung“, freute er sich.

„Doch die Arbeit ist ein bisschen ins Stocken geraten, seit ich 2017 bei EDAG PS angefangen habe“, sagt er und scheint darüber aber nicht wirklich unglücklich zu sein. „Ich bin ein echter Autofan und will nicht nur im stillen Kämmerlein vor mich hinforschen, sondern auch praktisch für die Industrie arbeiten und im Team neue Ideen verwirklichen“, beschreibt er sein Dilemma. Umso mehr freue er sich, dass sein Professor ihm großes Verständnis entgegenbracht und signalisiert hätte, dass ihm der akademische Weg weiter offenstehe. Auch nebenberuflich.

Als er sich bei EDAG bewarb, hatte er insgeheim damit gerechnet, nach Fulda zu kommen. Das war nicht so weit weg von seiner Doktorarbeit in Siegen und schien ihm zudem auch übersichtlich genug, um dort schnell mit der Familie heimisch zu werden. „Als es dann aber hieß, ich solle nicht in Fulda, sondern gleich als Data Scientist bei EDAG PS in Garching bei München anfangen, ist mir dann doch ein bisschen blümerant geworden. München klang irgendwie für mich zu groß, zu teuer und zu weit weg.“ Doch das habe sich nicht bewahrheitet. „Zum Glück“, freut er sich.

„Im Production IT-Department von EDAG-PS schauen wir nur nach vorn und halten den Fuß immer auf dem Gaspedal“, stellt Esmaeil fest. Besonders fasziniere ihn, über Datenverarbeitung die Automatisierung in der Produktion und in den Prozessen weiterzuentwickeln. „Darin steckt viel Potenzial für die Zukunft“, ist er überzeugt.

EIN SCHRECK NAMENS MÜNCHEN

PERFEKTIONISTENWEISHEIT: WENN SCHON, DANN RICHTIG

Leicht macht er es sich deswegen aber nicht. Denn Esmaeil ist Perfektionist. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, sagt er. Deswegen spiele er auch nicht mehr wie früher die Tanbur, die im Orient verbreitete Langhalslaute. „Dazu müsste ich einfach viel mehr Zeit zum Üben haben. Und Mitspieler habe ich gerade auch nicht.“

Seinen ganzen Ehrgeiz steckt er da schon lieber in seine Arbeit. Als Data Scientist in der automotive Technologieentwicklung sieht er sich vor großen Herausforderungen. Im Zeitalter der Digitalisierung und computergesteuerter Produktionen und Prozesse ändere sich alle sechs Monate fast alles. „Wir sind deswegen in der IT permanent gefordert, uns immer auf den neuesten Stand zu bringen und unsere Systeme und Ressourcen zu checken. Das ist wie im Ringkampf. Du musst immer hellwach und reaktionsschnell sein. Wer schläft, hat schon verloren.“

WER SCHLÄFT VERLIERT

Die Regel sei für Data Scientists dabei ganz einfach: Was du noch nicht weißt, musst du so schnell wie möglich lernen. „Dieses ‚Naturgesetz’ der digitalen Transformation ist überlebenswichtig.“ Der Sportler in ihm finde diese Herausforderung super. „Wir sind hier in Garching ein tolles Team, bei dem Software-Entwickler und Data Scientists Hand in Hand mit Ingenieuren und Technikern zusammenarbeiten. „Alles ist immer interdisziplinär mit Blick über den eigenen Tellerrand.“ Darin sieht er auch die große Stärke bei EDAG. „Wir haben alle Skills im eigenen Haus oder in den verschiedenen Firmenteilen. Deswegen können wir auch unheimlich schnell und umsetzungsstark agieren.“

Auf diese Weise parallel an unterschiedlichen Projekten zu arbeiten, ist für Esmaeil kein Problem. „Im Gegenteil. Ich mag das sehr.“ Deswegen beteiligt er sich in seiner Freizeit gerne auch einmal an Hackathons. Dazu laden Firmen der unterschiedlichsten Branchen jeweils 100 und mehr IT-Spezialisten aus allen Himmelsrichtungen ein, gemeinsam in einem spielerischen Design-Sprint-Event unter hohem Zeitdruck in 48 Stunden kollaborativ eine Software- oder Hardware-Lösung für ein Problem zu finden. Viermal hat Esmaeil schon bei einem Hackathon mitgemacht und mit einem EDAG Team zweimal Platz eins und einmal Platz drei belegt.


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